Fachkräftemangel
fehlende Fachkräfte
Fachkräftemangel – Schreckgespenst der deutschen Wirtschaft?
Seit mehr als 10 Jahren treibt es sein Unwesen auf dem deutschen Arbeitsmarkt: das Schreckgespenst Fachkräftemangel. Häufig liest man Schlagzeilen wie „Mangel an Fachkräften bedroht Existenzen“ oder „Fachkräftemangel spitzt sich immer weiter zu“. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Warum macht das Fehlen von qualifizierten Arbeitskräften vielen Arbeitgebern Angst? Und was kann man tun, um das Schreckgespenst Fachkräftemangel zu vertreiben oder zumindest in Schach zu halten? Diese Themen wollen wir im folgenden Artikel erläutern.

Was versteht man unter dem Begriff „Fachkräftemangel“?

Aktuell können in Deutschland viele freie Stellen nicht besetzt werden, da es auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend ausgebildetes Personal für die Arbeitsplätze gibt – diese Situation bezeichnet man als Fachkräftemangel. Abzugrenzen ist dieser Begriff vor allem von den allgemeineren Wörtern „Arbeitskräftemangel“ oder „Personalmangel“, bei denen nicht zwischen ausgebildeten und unqualifizierten Arbeitnehmer:innen unterschieden wird. Die Knappheit an qualifizierten Mitarbeiter:innen zeigt sich zur Zeit vor allem in den Bereichen Gesundheit & Pflege, Soziales & Bildung, im Handwerk sowie in den MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik. Der Bereich Informatik ist eines der Sorgenkinder des deutschen Arbeitsmarktes: Laut dem IW - Institut der Deutschen Wirtschaft „können in der Informatik anteilig die meisten Stellen nicht besetzt werden – für neun von zehn offenen Stellen gab es zuletzt bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen“. (1)

Wie kam es zur aktuellen Fachkräftelücke?

Ein wichtiger Faktor für den Mangel an Arbeitskräften ist der demografische Wandel. In Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten werden langfristig betrachtet weniger Kinder geboren, gleichzeitig leben die Menschen dank der medizinischen Möglichkeiten im Durchschnitt länger – die Gesellschaft wird also immer älter. Das bedeutet, dass es mehr Rentner:innen gibt und gleichzeitig weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt nachrücken. Verstärkt wird dieser Trend aktuell durch die sogenannte Babyboomer-Generation, die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre, da diese Personen nach und nach regulär in Rente gehen können. Hinzu kommt außerdem, dass immer weniger junge Leute eine berufliche Ausbildung beginnen, während die Zahl der Studierenden zunimmt – zur Verfügung stehende Mitarbeiter:innen sind also teilweise sehr gut qualifiziert, allerdings nicht passend für die freien Stellen. Ein weiterer Grund für die gegenwärtige Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, dass passend qualifizierte Personen mit den Arbeitsbedingungen in ihrer Branche unzufrieden sind und sich deshalb auf fachfremde Stellen bewerben oder ins Ausland abwandern. Den betroffenen Branchen gehen dadurch viele Arbeitskräfte verloren. Diesen Trend merkt man insbesondere in der so wichtigen IT-Branche: Hier ziehen besonders viele hoch qualifizierte Fachkräfte in andere Länder – und bleiben oft langfristig dort. (2) Für die Fachkräftelücke in deutschen Unternehmen ist auch die Digitalisierung mitverantwortlich. Viele Berufe benötigen heute bessere Kenntnisse verschiedener PC-Anwendungen als noch vor einigen Jahren, diese Kenntnisse sind jedoch oftmals noch nicht in der Breite der Arbeitnehmerschaft vorhanden. Auch deshalb können offene Stellen nicht adäquat besetzt werden.

Was sind die Folgen des Fachkräftemangels?

Offene Stellen bedeuten für Arbeitgeber vor allem eines: hohe Kosten. Was erst einmal paradox klingt, weil eine nicht eingestellte Person selbstverständlich kein Gehalt bekommt, lässt sich leicht erklären: Für den Arbeitgeber entstehen nicht nur direkt Kosten durch die aufwendige Suche nach geeignetem Personal, sondern auch indirekt, weil beispielweise die Arbeit liegen bleibt und Prozesse nicht wie geplant durchgeführt werden können. Doch auch viele Arbeitnehmer bekommen die Auswirkungen der fehlenden Kolleginnen und Kollegen zu spüren: Überstunden, eine hohe Arbeitsbelastung und Urlaubssperren sind nur einige der Konsequenzen. So sinkt natürlich die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, Krankschreibungen und Kündigungen werden wahrscheinlicher – eine Abwärtsspirale, die vielen Menschen zunehmend Angst macht.

Was kann man gegen den Mangel an Fachkräften tun?

Zur Lösung oder zumindest Eindämmung des Problems sind verschiedene Faktoren wichtig: Zunächst können Maßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle oder bessere Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass weniger Personal aus Branchen abwandert, in denen Arbeitskräfte fehlen. Zudem wird in der Politik viel darüber diskutiert, dass der deutsche Arbeitsmarkt mehr qualifizierte Zuwanderung benötigt. Darüber hinaus gilt Weiterbildung „als zentrales Instrument gegen den Fachkräftemangel“ (3): Bereits vorhandenes Personal für neue Aufgaben zu qualifizieren ist weitaus günstiger, als fachlich geeignete Personen aus anderen Ländern nach Deutschland zu holen. Zudem stellt die Weiterbildung eine nachhaltigere Investition der Arbeitgeber in ihre Arbeitnehmer dar als beispielsweise einmalige Bonuszahlungen. So fasst auch die Weiterbildungsstudie 2022 der Bitkom Akademie und HRpepper Management Consultant zusammen: „Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels ist die Relevanz von Weiterbildung für Berufstätige enorm hoch. Die Befragten empfinden die Möglichkeit zur Teilnahme an Weiterbildung als wichtig für die persönliche Entwicklung und die Attraktivität des Arbeitgebers.“ (4)

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Quellen:
(1) https://www.iwkoeln.de/studien/helen-hickmann-filiz-koneberg-die-berufe-mit-den-aktuell-groessten-fachkraefteluecken.html
(2) https://www.wiwo.de/politik/deutschland/fachkraeftemangel-warum-hochqualifizierte-deutschland-den-ruecken-kehren/27545944.html
(3) https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/fachkraeftemangel-deutsche-wollen-rechtsanspruch-auf-weiterbildung/28639612.html
(4) https://bitkom-akademie.de/weiterbildungsstudie-2022